Cuddling Giants - Maine Coon Zucht-

Coronaviren und FIP

Oft werden bei einer Gesundheitskontrolle oder zur Abklärung einer Erkrankung bei einer Katze Blutuntersuchungen und Antikörpersuchtests durchgeführt. Dabei fällt manchmal auch ein erhöhter Antikörper gegen Coronaviren auf. Am häufigsten erkranken junge Katzen zwischen sechs Monaten und zwei Jahre und ältere Tiere ab 14 Jahre. Leider hält sich bei Katzenhaltern und Tierärzten immer noch hartnäckig das Vorurteil, dass eine Katze mit erhöhtem Antikörpertiter gegen Coronaviren an FIP erkrank ist und unweigerlich sterben muss. Das ist falsch! Schon viel zu viel gesunde Katzen sind wegen dieses Vorurteils unnötigerweise eingeschläfert worden.

Was sind Coronaviren?

Coronaviren sind bei Katzen weit verbreitet. Die Erkrankung ist seit 30 Jahren bekannt und befällt Katzen jeder Rasse. Nach den neusten Untersuchungen ist FIP die Todesursache jeder 8 Katze. Die Vieren dringen über Mund – und Nasenschleimhäute ein, vermehren sich dort und in der Darmschleimhaut und führen so zu leichten Durchfallerkrankungen, manchmal auch zu Schnupfensymptomen. FIP (feline infektiöse Peritonitis) ist eine gefürchtete Komplikation einer Coronavireninfektion, die jedoch nur bei einem geringen Prozentsatz der mit Coronaviren infizierten Katzen auftritt. Es gibt also ohne Coronavireninfektion kein FIP, aber bei weitem nicht jede Coronavireninfektion führt zu FIP. Was passiert mit einer Katze, die Kontakt mit Coronaviren hatte? Während der Erkrankung scheidet die Katze Coronaviren mit dem Kot, Speichel und Urin aus. Manche Katzen können die Viren nicht vollständig eliminieren und scheiden sie weiter aus, ohne selbst krank zu sein. In jedem Fall bildet die Katze während der Infektion Antikörper gegen die Coronaviren, die man im Blut nachweisen kann. Die Antikörper schützen allerdings nicht vor einer erneuten Infektion.

Wie äußert sich FIP?

FIP äußert sich im ersten Stadium oft in Formen von Fieber, Appetitmangel, Müdigkeit und leichten Atembeschwerden. Nach Abklingen der Symptome kann es unterschiedliche Zeiten später zum zweiten Stadium der Erkrankung kommen. Hierbei unterscheidet man dann eine sog. ,, feuchte Form“ der FIP, die in typischen Fällen mit einer Bauchwassersucht einhergeht. So erkrankte Katzen sind am ganzen Körper abgemagert, haben aber einen dicken, Flüssigkeitsgefüllten Bauch. Auch in der Brusthöhle können solche Flüssigkeitsansammlungen vorkommen. Bei der anderen, sog. ,, trockenen Form“ der FIP kommt es zu einer Entzündung der inneren Organe ( Leber, Niere, Milz usw.) mit Fieberschüben und teilweise Atembeschwerden. Weil hier die typischen Flüssigkeitsansammlungen fehlen, ist die Diagnose wesendlich schwieriger als bei der feuchten Form. Es können auch Mischformen beider Verlaufsformen der FIP auftreten.

Gibt es einen FIP-Test?

Nein.
Unglücklicherweise wird der Antikörpersuchtest von vielen Labors immer noch FIP-Test genannt, dabei handelt es sich lediglich um einen Test, mit dem Antikörper gegen Coronaviren feststellen kann. Je höher der Titer besagt, dass die Katze vor kurzem Kontakt mit Coronaviren hatte; je niedriger der Titer ist, desto länger liegt die Infektion zurück. Ein negativer Titer besagt, dass die Katze entweder noch niemal mit Coronaviren in Kontakt gekommen ist, oder dass schon sehr lange her gewesen ist. Ein hoher Coronaviren- Antikörpertiter kommt bei FIP und einer harmlosen Coronavireninfektion gleichermaßen vor. Er ist kein Beweis dafür, dass die Katze an FIP erkrank ist!

Wie entsteht FIP?

Coronaviren mutieren relativ leicht, dass heißt, sie verändern ihr Erbgut, wenn sie sich vermehren. Wenn diese Veränderung dazu führt, dass die Viren nicht mehr nur die Zelle der Darmschleimhaut befallen, sondern durch die Darmwand in das Blut gelangen können, kommt es zur felinen infektiösen Peritonitis. Die Viren befallen Makrophagen, Fresszellen im Blut, und vermehren sich dort. Außerdem setzten sie eine Kettenreaktion in gang, die dazu führt, dass sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper wendet. Diese Reaktion ist unumkehrbar. Zunächst ist der Antikörpertiter, wie bei einer Coronavireninfektion, hoch, er sinkt jedoch im Verlauf der Erkrankung ab und kann am Ende sogar negativ sein. Eine FIP-kranke Katze scheidet keine mutierten Coronaviren aus, FIP selber ist also nicht ansteckend. Sie scheidet jedoch recht große Mengen gewöhnlicher Coronaviren aus.

Wie wird FIP diagnostiziert?

Der Coronavirentiter kann positiv oder auch negativ sein, ein hoher Titer ist kein Beweis dafür, dass es sich wirklich um FIP handelt. Bei Verdacht auf FIP kann eine Untersuchung der Bluteiweiße, eine Untersuchung eines evtl. vorliegenden Ergusses und die Summe der klinischen Veränderungen weiterhelfen. Es gibt typische Veränderungen bei FIP, die Diagnose stützt sich Eher auf das Zusammenkommen mehrerer Symptome. FIP kann nur anhand gründlicher Untersuchungen und auch durch die Beobachtung des Krankheitsverlaufes sicher diagnostiziert werden. Kann ich meine Katze davor schützen, FIP zu bekommen? Wenn eine Katze niemals Kontakt mit Coronaviren hat, wird sie niemals FIP bekommen. Solche Katzen kann man auch impfen lassen, wobei der Nutzen der Impfung umstritten ist. Katzen mit positivem Coronavirentiter darf man nicht impfen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Coronaviren im Körper der Katze zu FIP- Viren mutieren, ist um so höher, je mehr sich die Viren vermehren. Wie es dazu kommt, ist nicht genau bekannt. Man weiß jedoch, dass Stress, eine hohe Katzendichte und häufige Neuinfektionen das Risiko erhöhen. Ein Risiko besteht, wenn eine Katze neu in einen Haushalt kommt. Ob die Katze nun bereits Kontakt mit Coronaviren hatte, oder sich bei der alteingesessenen Katzen infiziert, ihr Immunsystem ist durch den Umstellungsstress geschwächt, die Viren können sich leicht vermehren und evtl. zu FIP mutieren. Da Coronaviren vor allem über den Kot übertragen werden, ist ein häufiges Säubern der Katzentoilette eine gute Vorbeugemaßnahme. Sind meine anderen Katzen gefährdet, wenn ein Tier an FIP erkrankt? Nicht direkt. Die kranke Katze scheidet keine mutierte Coronaviren aus, das FIP – Virus selbst ist also nicht ansteckend. Sie scheidet jedoch am Anfang der Erkrankung sehr viele Coronaviren aus, an denen die anderen Katzen infizieren können. Und je mehr Viren, desto höher die Gefahr einer Mutation bzw. von FIP. Außerdem bedeutet eine kranke Katze Unruhe und Stress für die anderen. Es ist also sinnvoll, die kranke Katze von den anderen zu trennen. Aus demselben Grund wird empfohlen, einige Wochen zu warten, bevor man eine neue Katze in einen Haushalt holet, in dem eine Katze an FIP gestorben ist.

Gibt es eine Möglichkeit, FIP zu heilen?
Nein es gibt keine Heilungsmöglichkeiten für FIP.
Ist FIP klinisch geworden geht das immer böse aus.



Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es hier:
http://bibd.uni-giessen.de/gdoc/2002/uni/d020045.pdf